Lachende Schweine
Lachende Schweine vor Schlachtereien. Was sagt uns das?
Was sagt uns dieses fröhliche Schwein mit Schürze und Tafel? Schwein: “Hey Menschen kommt herein! Heute ist mein Glückstag, denn heute gibt’s (Regieanweisung I: Schwein guckt zur Tafel) Speck und Hack von mich - grunz grunz - (scheine sind trotz hoher Intelligenz der deutschen Grammatik nicht mächtig) für (Regieanweisung II: Schein guckt wieder auf die Tafel. Diesmal hat es vor Glück den Preis vergessen) 0,99 € - oink, oink.
Un der Mensch denkt: “Oh, ein freundliches Schwein, dass sich freut die Grundlage unseres Hackbraten zu werden. Bei soviel Freundlichkeit muss ich zuschlagen. 0,99 €. Schau mal wie es lacht. Mütze und Schürze zeugen von Reinlichkeit und Professionalität. 0,99 €. Rein.”
Ich mag Fleisch. Und seit BSE mag ich Schein noch viel lieber. Schweinepest ist mir egal, ich bin intelligent und daher weiß ich, dass die nicht auf den Menschen übertragbar ist. Ich empfinde auch Sympathien für die Schlachtereien. Eine Schlachtereifachverkäuferin würde ich zwar nicht heiraten, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Nur unterstellen uns die Marketingstrategen der fleischverarbeitenden Industrie solch ein beschränktes Konsumverhalten, dass uns die Werbetafel wirklich zum kauf animiert? Wäre ein kniendes Schwein mit verängstigtem Gesichtsausdruck vor dem ein lachender Schlachter mit einem Bolzenschussgerät steht nicht aussagekräftiger? Würde sich der Kunde nicht denken: “So ist es, ich habe die Hosen an, du Schwein bist tot, und ich werde dich jetzt kaufen und verspeisen.”?
Liebt der Mensch nicht Macht?
Nur, wer achtet eigentlich auf diese Schweinetafeln oder auf die Geheimtipps auf Dosensuppen?

Ich hasse „ich kenne jemanden“ – Sätze und sämtliche Umwandlungen dieser Sätze a la „meine Schwester hat einen Freund“ etc. Das Problem an diesen Sätzen ist leider, dass man ihnen wie Klingeltönen täglich über den Weg läuft. Besonders wenn man sich zur Gattung der Studenten zählt. Sei es, dass jemand Freundinnen bei der Bundeswehr hat, ein Kommilitone einen Arbeitslosen kennt oder der Sitznachbar eine Putzfrau aus dem Ruhrgebiet zu seinem Bekanntenkreis zählen darf.