Altpapierkrieg
Es scheint sich herumgesprochen zu haben, dass man sich in Zeiten der Finanzkrise und der steigenden Rohstoffpreise, mit Altpapier den einen oder anderen Euro dazu verdienen kann.
Als ich heute morgen den Generalanzeiger zur sonntäglichen Frühstückslektüre aus unserem Hausflur holen wollte, da musste ich feststellen, dass ein kleines Mädchen mit einer orangenen Pudelmütze sich vor meine Augen die komplette Tüte (Inhalt: 7 Exemplare Generalanzeiger) schnappte und damit frech grinsend zum Hauseingang der Immermannstraße 7 lief. So etwas dreistes hatte ich bis dato noch nie erlebt. Und nicht genug, unserer Tüte zu klauen, nein sie setze ihren Beutezug an den anderen Haustüren der Immermannstr. fort. Tüte für Tüte sammelte sie ein und brachte diese in den Beutelager.
Als ich dieser Woche Freitag mit Marco beim Altpapierhändler unseres Vertrauens war, um den Rest von etwa 280 Kilo Zeitschriften, Zeitungen und Bücher gegen Bargeld aufwiegen zu lassen (die eingenommenen 25 Euro spendeten wir im Übrigen mit etwas Zuzahlung aus unseren eigenen Portmonee in Form von Lebensmitteln der Magdeburger Tafel), sahen wir dort auch eine Mann, der den Generalanzeiger in Mengen - die Rollen Zeitungen waren noch in die Plastikfolie eingewickelt - ablud und sich dafür Bares auszahlen ließ. Dass der gute Mann die noch eingeschweißten Rollen Generalanzeiger irgendwo hat mitgehen lassen, steht nahe.
Was ich an beiden Beispielen schlecht finde ist, dass dem möglichen Leser des Generalanzeigers die Chance genommen wird, überhaupt die Zeitung in die Hand zu bekommen. Auch wenn die Zeitung umsonst ist und viele sagen, so was lese ich eh nicht, der eine oder andere mag vielleicht mal eine Blick in das Blatt reinwerfen wollen, um zu erfahren, was gerade so los ist. Und ne Zeitung zu drucken, die eh gleich wieder zur Wiederverwertung gebracht wird, macht auch keine Sinn und ist sicherlich auch nicht im Sinne der Redaktion und der Anzeigenkunden.







Der 3. Advent naht. Und wir kommen der magischen Zahl 24 des Monats Dezember immer näher. Die meistens Plätzchen sind bereits vernascht, die Stolle aus dem Elbflorenz war wie jedes Jahr lecker. Der prallvoll mit Schokolade gefüllte Weihnachtskalender war schon vor dem 12. Dezember leer gefuttert. Eifrig werden dieser Tage Festtags-Essenpläne geschmiedet. Üppig soll das Mahl ausfallen. Lecker soll die Soße zum Braten schmecken und an Nachtisch soll es auch nicht fehlen. 3 Tage lang wird man sich den Bauch voll schlagen. Alles wir wie immer lecker. Nur Lob für die Kochkünste der Mutter ist zu hören. Tadeln tut man sich lediglich selbst. “Wieder mal nur gefressen. Wieder ein paar Kilo zugenommen. Ich muss unbedingt was gegen mein Gewicht tun.” Vorsätze, die schon vor dem 31.12 jeden Jahres ausgesprochen und am Ende nicht eingehalten werden.