
Scheinbar kann ich es doch nicht so einfach verarbeiten, wie ich Anfangs noch dachte. Daher nun diese Zeilen.
Gestern, die Vorfreude in meinem Gesicht konnte man an mir auf der Straße kaum übersehen, radelte ich bei Sonnenschein und angenehmen 25 Grad Celsius Außentemperatur mit kurzer Hose, kurzem Hemd und viel Liebe im Herzen zum Supermarkt meines Vertrauens. Der leere Einkaufskorb sollte nach diesem Besuch gut gefüllt mit Reissdorf-Kölsch-Flaschen bis oben hin den Weg in meine Wohnung und dann in den Kühlschrank finden. Doch was musste ich mit blankem Entsetzen feststellen: Keine einzige REISSDORF-KÖLSCH-Flasche war mehr im Regal zu entdecken, als ich den Korb voll packen wollte! Erst noch dachte ich: Junge, schau doch noch mal genau hin, in deiner Vorfreude hast du scheinbar nur das rot-goldene Etikett übersehen. Als ich dann aber zum 3. Mal die Bierflaschen-Regalreihen abging und immer noch nicht das Bier meiner Vorfreude entdecken konnte, wurde ich so langsam nervös. War das Kölsch nur alle, also gerade ausverkauft und man hatte hier versäumt, rechtzeitig nachzubestellen oder war es gänzlich für immer aus dem Sortiment verschwunden. Der Verkäufer an der Kasse brachte es dann schnell und ohne Umwege auf den Punkt: “Vor ein paar Wochen haben wir den Großhändler gewechselt. Und der hat nun mal kein, wie war die Biersorte noch mal, ach so, Kölsch, mehr im Angebot. Tut uns echt leid. Aber nehmen sie doch irgend ein anderes Pils!”
So schnell kanns gehen. Die Vorfreude wurde zum Frust. Die Trauer hält noch bis heute an. Und wird sicherlich nicht nur mit einem Früh-Kölsch im Layla ertrunken werden können. Oh, Magdeburg wird nie mehr so sein, wie es einmal für mich war.