
“Deine Freundin macht es wahnsinnig, wenn ich das Tanzbein schwinge” textete schon Dendemann in ‘Hand aufs Herz’. Wenn die Musik in der Disco bassial aus den Boxen tönt, lässt das einen für gewöhnlich nicht still stehen. Um einen herum bewegen sich - mehr oder weniger im Takt der Musik - 100erte Gleichgesinnte. Alles schwitzt und ist für einen Moment in völliger Extase. Nur wenige Exemplare schaffen es dennoch ruhig ihr Bier in der Hand haltend an der Bar zu stehen. Und irgendwie steht der immer da und beobachtet die Menge. Er verlagert - und das ist schon das höchste an Energietanzleistung - das Gewicht von einem Bein auf das andere. Wichtig für ihn scheint es ausschließlich zu sein, seinen Platz - immerhin ist die Wahl des Stehplatzes von großer Bedeutung - gegen andere Rumsteher zu verteidigen. Jedoch kann es auch vorkommen - gesellschaftsfähig wie er nun einmal ist - dass er sich in kleinen Gruppen integriert und ab und zu einen Tanz wagt.
Oh gott, ich bin ein Discotanzflächenrumsteher. Denn als ich heute morgen aufwachte und die Bilder der letzten Nacht beim Katerfrühstück Revue passieren ließ, musste ich mir eingestehen: Junge, genau so war es doch bei Dir in der Disco letzte Nacht. Aber es war toll so.