
Die allabendliche 20-Uhr-Ausgabe der tagesschau ist eine Institution im deutschen Fernsehen. Million bildungshungrige und politisch Interessierte verfolgen tagtäglich für 15-Minuten die neuesten Ereignisse aus der Welt und aus dem Innland. Der politische Teil überwiegt. Noch. Soft-News schaffen es aber immer häufiger in diesen 15-Minuten-Block. Die tagesschau will scheinbar jünger werden/ frischer wirken und damit auch Leute ansprechen, die eher auf den Privaten oder aus der BILD-Zeitung das politische Weltgeschehen konsumieren. Auch die Ereignisse aus dem Sport dürfen natürlich nicht zu kurz kommen. Gefühlte 5 Minuten nimmt dieser Block ein. Die Machern der Sendung scheinen es als wichtig anzusehen, dass Sport- und nicht etwa Kulturnachrichten, in diesen Abschnitt der tagesschau gehören. Schade eigentlich. Kunst- oder Kulturereignisse werden in der tageschau so gut wie nie berücksichtig und darum auch mehr als selten gesendet. Okay, gerade war die Berlinale in Berlin zugange, da konnte auch die tagesschau nicht nicht von berichten. Doch sonst bekommt der Zuschauer nie etwas vermeldet, was gerade in der Kunst- und Kulturszene so erfreuliches/ interessantes oder horizonterweiterndes in unserem Lande/ in der Welt passiert ist. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass nie etwas kulturelles Vermeldenswertes passiert ist. Hat jedoch mal ein alter Hase der Literatur oder des Films das Zeitliche Gesegnet, dann wird dies kurz vermeldet. Das war es dann aber auch schon, was an kulturellen Nachrichteninhalten Sendeplatz und -zeit bei der tagesschau bekommen hatte. Sport wird mit Kultur gleichgesetzt, Kultur wird durch Sport ersetzt=Bildungsauftrag erfüllt.