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Schreibmaschine » Ist der Mensch zum fliegen geeignet?

Ist der Mensch zum fliegen geeignet?

Flugversuch # 1

Lange schon hatte mein Konto nicht mehr im plus gestanden. Die immer größer werdenden Additionssummen mit negativem Ausgang gaben keinen schönen Anblick. Immer diese Automatengänge, unvermeidlich und genauso unangenehm um einen kultivierten Abend mit Freunden in einer der zahlreichen Kölsch Kneipen um das Friesenviertel herum zu verleben. Der Gang zum Konto- Auszug- Automaten wird Monat zu Monat abnehmender, der Weg zum Geld- Schein- Automaten hingegen immer häufiger. Wie lange das noch so weiter gehen sollte, wusste ich nicht, noch ging es. Meinem Dispo-Kredit sei Dank. Jeder Besuch eine neue Herausforderung. Zum Glück gibt es die Tastenoption des „Bitte wählen sie sich ihren Geldbetrag selbst aus,“ die Geldbeträge die ich jetzt beim Geld- Einkauf konsumiere sind nicht mehr so hoch. Was aber auch nur von kurzer Zeit von Vorteil ist. Früher zum Weggehen hob ich noch 50 DM ab, und die brachten mich und mein Bier durch die ganze Nacht.
Heute renne ich zwei- bis dreimal zum Geldleih-Automaten und borge mir Geld auf pump von ihm, dem Euro sei Dank. Das Trauerspiel will einfach nicht aufhören. Die auf meinen Ausdrücken vermerkten Geldbewegungen werden immer häufiger, einmal im Monat überwindet man sich schließlich doch mal vorbei zu schauen, die dort betitelte Zahl immer bedrohlich größer. Leider nicht im positiven Sinne. Um mit wenigen Worten meine finanztechnische Situation auf den Punkt zu bringen: „Ich bin pleite!“ Jeden Tag schon frage ich mich, wann denn nun dieser Brief mit der Einladung zu einem Gespräch unter Vier-Augen mit dem Betreuer meines Kreditinstitutes bei mir im Briefkasten liegt. Der Tag wird kommen! Ich brauch einen Job!
Durch Zufall hatte eine Arbeitskollegin meiner Mutter eine Feier für ihren 5-Jährigen Sohn zum seinem Geburtstag in Planung. Gestresst und überhäuft mit wichtigen Terminen in ihrem Job hatte sie jedoch kaum Zeit diese Feier selbst zu Ende zu planen. Ich hatte einen Job! Und dieser sollte sogar richtig Geld einbringen!
Der Auftrag: Die Geburtstagsfeier zu Ende planen. Und nur noch drei Wochen Zeit. Alleine war das von mir erwartete jedoch in dieser kurzen Zeit nicht zu bewältigen, ich nahm einen guten Freund mit an Board. Willkommen Basti!
Keine Fragen stellen, nur ausführen was auf dem Aushilfevertrag stand. Ja, wir hatten tatsächlich ein Blatt Papier vorgelegt bekommen, auf dem unser Aufgabenfeld klar definiert war: Arbeitszeitdauer, Arbeitsbeginn, Aufgabenbereich ja sogar eine gesetzliche Mittagspause war vorgesehen. Die Höhe der Bezahlung war ganz unten aufgeführt. Die beiden schwungvoll gesetzten Unterschriften füllten 50% des Papiers aus, die Tinte noch frisch, scheint auf den letzten Drücker fertig gestellt worden zu sein. Nicht kleckern sonder protzen schoss es mir durch den Kopf, na ja, wer es hat kann halt dick auftragen. Alles Weitere war von uns auf einem Extrablatt zu notieren. Später in PETERS Imbiss fiel uns zufällig das Wasserzeichen oben mittig auf.
Nicht schlecht dachten wir! Das Motto stand schon fest. Karneval in der Villa zu Schmidt. Die Sache hörte sich gut an. Ein wenig aufbauen, Essen und Getränke besorgen, den Kostümverleih nach einem passenden Outfit aufsuchen, ausleihen, abhängen bis die Feier vorbei war. Dann den ganzen Kram wieder zusammen packen.
Und Tschüss! Könnte es leichter verdientes Geld geben? Rock with me! I have waited so long!
Das Haus und Anwesen der Schmidts war der Hammer. Eine Villa aus den 70gern nannte sie ihr Eigen. Restauriert und umgebaut stand der Wohnpalast in einem Garten so groß wie zwei Fußballfelder. Bepflanzt mit Apfelbäumen und anderen Gewächsen, einem Brunnen in der Mitte des Anwesens und dem wohl schönsten Pool der letzten Jahre, Heaven!
Unser erstes Treffen bei den Schmidts war jetzt schon nicht mehr zu topen!!! Die acht Stufen der Treppe zur Eingangstür waren von beiden Seiten in einem Halbkreis zu erklimmen, verziert mit riesigen Blumentopfkübeln, die Gewächse ließen schnell Palmen auch für unser ungeschultes Augen erkennen. Der Klingelknopf so groß und protzig, man konnte ihn schon von unten sehen. Der altmodische Tigerkopf war leider nur zu Dekorationszwecken und der Optik wegen angebracht. Kaum Abnutzungsspuren waren an der Metal Tür von früheren Beschlägen zu erkennen, was für Spießer! Sollten wir?
Wir ließen es für das erste bleiben. Verschoben ist nicht aufgehoben, wir kommen wieder! Dem Anschein nach musste hier reichlich was zu holen geben, die Kameras am Eingang waren bestimmt nicht nur billige Attrappen zur Zierde. Die Flamingos am Ende der Treppe wa-ren leider nur Skulpturen, von weitem bekämen sie aber auf einer Richterskala für den „Echtheits- Ausdruck- Erscheinungs-Vortäuschungseffekt“ ne glatt 10, wobei auf einer Skala von 0-10, die 0 das Schlechteste und die Wertung 10 das Beste zu erzielende Ergebnis ist! Eine halbe Weltreise später, Frühsport ist harmlos dagegen, erreichten wir das Basislager. Macht Geld glücklicher?
Wie in einem amerikanischen Hollywood- Block- Buster öffnete uns ein Hausangestellter im schwarzen Smoking, frisch polierten britischen Schuhmacherschuhen, einer Haltung wie frisch in den Allerwertesten beglückt, einem Lächeln wie Altkanzler Kohl bei der Wiedervereinigung auf den Lippen und frisch gestriegeltem Haar, nur um einige 200 Kilo leichter als der Altkanzler bei seinem Jahrhundertwerk der blühenden Landschaften „Das bezahlen wir aus der Vestentasche“, die Eingangspforte.
Wir wurden erwartet! Wir wurden empfangen! Wir traten ein! Wir genossen es! Wir kommen wieder!
Leider gab es kein Begrüßungsgeld, geschweige denn ein gekühltes Colesäurehaltiges auf Eis gekühltes Empfangsgetränk serviert auf einem Silbertablett.
Ungläubig schauten wir einander an, Schulter zuckend bewegten wir uns aber lässig und selbstbewusst die riesige Halle entlang. „Wenn die so viel Geld haben, was bitte schön ist dann unsere Aufgabe hier?“ Uns zwei Taugenichts zu beschäftigen, kann doch nicht Erfolg versprechend sein. Hatte meine Mutter etwa zu dick aufgetragen, als sie mich bei dieser Frau Schmidt empfahl?
Gekleidet in hell-blau karierten Vans Slip Ons, die Jeans zwei Nummer zu groß gekauft und völlig verwaschen, der Haarschnitt aus einer anderen Welt und die schwarze Sonnenbrille auf die Nase gesetzt, machte ich mich heute Morgen, braun gebrannt vom vielen Nichtstun der letzten Wochen in diesem Sommer ohne auch nur einen Gedanken an die piek-feinen Leute zu verschwenden, aus dem Haus. Basti, mit seinen patriotischen Ami-Land Chucks an den Füssen und der Arschengen Jeans einer Cowboy-Sponsor-Marke, für alle die es wissen wollen [Lee], der dazu passenden kalifornischen Cop- Brille im kalifornischen Sonnenstaat- Style und der andeutungsweise herausschauenden Kippenpackung am Arsch, stand mir in nichts nach. Besser modisch abgestimmt kann man einfach nicht sein! Wo waren die Fotographen und kreischenden Fans um uns anzubeten und zu bestaunen? Die gerade angezündete Kippe noch locker zwischen den Lippen haltend drückte Basti den riesigen nostalgischen Messing-Türklingel-Knopf neben der aus Stahl beschlagenen Einganstür.
Jung Junge, wir waren im Paradies! Der Boden so weiß wie der gerade frisch gefallene noch unberührte Pulver-Neu-Schnee auf den abgesperrten Nebenpisten oben auf der Zugspitze, das Gold an den Bilderrahmen so echt wie das Tigerfell vor dem Kamin. Alles glänzte und funkelte uns entgegen. Und wir standen gerade erstmal im Empfangssaal! Was soll das denn hier für ne Geburtstagsfeier werden? Warum die Bezahlung so hoch ausfallen würde stand nun nicht mehr zur Debatte.
Unsere Phantasie beflügelte uns zu Überlegungen der anderen Art. Hatten die Schmidts vielleicht eine hübsche junge Tochter so in unse-rem Alter am Start? Die auch noch zufällig auf zwei so tolle Typen wie wir es waren aus ihrem Dornröschenleben geweckt werden sollte? Wir malten uns reine Haut, pralle Brüste, volle Lippen, den Arsch des Jahrtausend [für alle die es wissen wollen, Jungs denken so: Gibt der Frau nen Arsch, nicht zu groß, aber auch nicht zu klein, Mann sollte ihn (den Arsch) packen können, doch aber nie das Gefühl haben, den ganzen Urlaub nach den Ausläufern des zu erforschenden Gebietes zu suchen und bitte lass ihn fest und Baby- Weich- frisch geduscht in ein Rosa-Spitzen-Höschen der Feiertags-Geburtstags-Ausgeh-Unterwäsche-Kategorie fallen, gleiten] und eine perfekte Bräune an ihr aus!!!
Das Mobiliar viel zu kostbar um es zu benutzen.
Wir trauten uns irgendwie nicht die weiße Couch zu benutzen. Also standen wir mit offenem Mund gaffend in der Empfangshalle, die Hände lässig in den Taschen vergraben. Herr und Frau Schmidt empfingen uns eine knappe viertel Stunde später. Das Augenrollen der Familie war nicht zu übersehen als sie die große prunkvolle hölzerne Treppe in die Empfangshalle herunter kamen. Aber sie gaben uns eine Chance.
Leider gab es keine Tochter.
Der Einzige vom Gesetzt her legitim bestimmte Erbe war ihr noch 5-Jährigen Sohn und zwei riesige Hunde. Timmy, was ein Name. Sophie und Francois die beiden Hunde rochen unseren leichten Bier- Ausdunst, die erste Dose Becks am Morgen erspart dir das Frühstück und treibt die Blase. Wir entschuldigten uns für einen kurzen Moment. Kaltes Wasser zur Entspannung aufgelegt ging es mit frischem Atem und Deo-Dusche zu den Schmidts zurück. Ab ins Glück!!! Das Geld gab es vorab.
Nehmen und gehen, nie wieder aufkreuzen und den Sommer genießen schoss es uns durch den Kopf. Halt! Ging ja gar nicht. Frau Schmidt war ja die nette Arbeitskollegin meiner Mutter, das würde später mächtig Ärger geben. Wir hörten uns also die Planung von Frau Schmidt an. Der ausgearbeitete Zeitplan sollte bitte eingehalten werden, bat uns die gute Frau, der Herr sagt nichts. An seinem Blick war die Ver-wunderung über unseren modischen Geschmack abzulesen, ab und an schüttelte er auch den Kopf. Er saß einfach nur da, rauchte [insofern man(n) eine Zigarre rauchen kann, denn eigentlich pafft man(n) ja nur des Geschmackes wegen an einer] seine Zigarre und ließ seine Frau alles regeln.
Als erstes sollten wir uns um einen Partyservice für Kinder kümmern. Das sollte schnell gelöst sein. Wir machten ab uns die Gelben Seiten zu teilen, ein jeder sollte Angebote einholen. Das “Beste” von aus gesichtete Angebot dann der guten Frau Schmidt vorlegen, fertig. Um die Höhe der Kosten sollten wir uns keine Sorgen machen, seriös sollten die Herren lediglich rüber kommen. Das Ding war gebongt. Schon so gut wie erledigt, Frau Schmidt!
Der Sommer noch jung, das noch zu verdienende Geld schon lange im voraus vor verplant, was sollte uns noch aus der Bahn werfen, nach diesem Job ab an die Küste, surfen und surfen bis der triste Winteralltag wieder im deutschen Lande Einzug hält! Wir waren jung und un-verbraucht. Der nächste Gedanke galt nur dem Morgen. Wir wollten rocken und das volles Rohr! Fuck yesterday, today is where you live and what counts! Drei Wochen klingen nach viel Zeit! Das klingt aber auch nur so!!!
Das Motto stand. Die Dekoration war noch zu besorgen und aufzubauen. Wir dachten an aufblasbare Hüpfburgen und Partytische. Weit gefehlt. Die Eltern wollten ihrem Sohn eine amerikanische Geburtstagsfeier schenken, mit einem dieser urkomischen Clowns. Die armen müssen dann gegen schlechte Bezahlung krampfhaft glücklich und lustig bei den Kids ankommen. Bis zur Unkendlichkeit abgedeckt mit Geschichtsfarbe, die Schweißpickel nach dem Abschminken schon im Abo dazu gekauft, die rote Nase das perfekt Zeichen für den Alkoholiker im Alltag. Schweißgebadet im Scheinwerferlicht unter den strengen Blicken der Erwachsenen im Hintergrund soll man(n) ja schließlich „sein“ Geld wert sein.
Und immer schön lächeln!
Luftballons aufblasen, „Oh wie toll Timmy, schau doch mal. Eine Giraffe!“ Ja, ganz toll für Timmy! Der rosa Pudel mit französischem Akzent ist der Klassiker, ich als Clown hätte jedes Mal Durchfall! Ist die Familienplanung einmal abgeschlossen, das dritte Kind gezeugt, bietet sich der gleich angesprochene Kron-Juwelen-Tiefschutz nicht mehr so an. Du hast genug Rentenzahler-Flüssigkeit von dir gegeben, Hey!, dein Gewissen kann beruhigt sein. Doch befindest du dich immer noch auf der Suche nach dem passenden Schloss für deinen Schlüssel, so sollte der Tiefschutz zur Berufsbekleidung gehören, ohne diesen, nur Hämorriden am Arsch sind schmerzhafter, solltest du nie einen Kinder-Geburtstags in der Berufsgruppe Clown betreten. Die Blinde- Esel-Nummer a là, „Bitte verdrisch mich Du blödes Kind! und bitte nimm den dafür vorgesehenen Luft-Baseball-Schläger!“ und den ganzen anderen Schnick Schnack Tag ein, Tag aus, nicht mit mir! Wieso???
Ist so ein Job übers Arbeitsamt zu bekommen?
Aber einer muss ja der Arsch der Nation sein.
Wir brauchen also so nen Clown.
Auf zur Basti- Uwe Clown-Casting-Show!
Das wird ein Spaß werden!
Der Kostümverleih war gleich hier um die Ecke. Die Bestellung schon vor Wochen aufgegeben. Was nun noch ausstand, einer musste die Teile abholen. 25 Stück. Unsere Aufgabe. Auch wir sollten uns dort passend zur Party einkleiden. Sollte das bedeuten, wir sollen an dieser Feier aktiv teilnehmen? Volltreffer! Da wir es nicht sonderbar eilig hatten „Das kann dann auch bis morgen warten. Versprochen“ verschoben wir diese Erledigung auf einen anderen Tag. „Das größte Problem“ verkündete uns Frau Schmidt, sei „Der Aufbau der Geburtstagsdekoration.“ Sie hatte in Hürth bei einer Firma New York im Kleinformat bestellt. Was es nicht alles so gibt. Man hatte tatsächlich Long Island & und den Central Park nachgebaut. Die Größe den Angaben nach war nicht zu verachten. Dieser Nach-bau sollte sogar geeignet sein, Kinder bis zu einem Alter von 8 Jahren zum spielen darauf zu tragen, 150 kg war der äußerste Belastungs-rahmen. Wir waren auf das herzlichste eingeladen um New York in Schutt und Asche zu legen. Mit all den Wolkenkratzern, Godzilla lässt grüssen. Der Lieferwagen stand schon in der Hofeinfahrt für uns geleast. Wir sollten dieses Kunstwerk abholen, aufbauen und notfalls bei der Party als Aufpasser anwesend sein.
Aber dazu später.
Das Zimmer in dem Timmys, oder wem auch immer sein Geburtstag gefeiert werden sollte, war riesig. Noch befand sich dort in der Mitte des Raumes, er hätte locker die Penthouse-Suite des Maritim Hotels sein können, ein riesiger Esstisch, links zu Eingangsbereich stand eine Bar, dass alles sollte jedoch noch im laufe des Tages abgebaut werden. „Hallo, sollen wir morgen etwa schon mit dem Aufbau der Festlichkeit beginnen? Nicht zu viel Einsatz zeigen. Eigentlich hatten Basti und Ich noch mit einem Rundgang über das Anwesen der Schmidts geliebäugelt, leider verwies uns die Hausangestellte nach Beendigung der Unterredung des Hauses. Wir kommen wieder und dann wir ordentlich Spaß haben! Zurück in der Gegenwart genehmigten wir uns erstmal bei PETERS Imbiss ein kühles Flaschenbier, Pommes rot-weiß und ne fettige Currywurst. Ein; unser Zwei- Gänge- Menue der Mittelklasse.
Die Aufgaben waren klar verteilt, die Ziel hoch gesteckt, wir hatten einiges zu tun. Noch im Imbiss hatte wir den Text für die Stellenanzei-ge zur Clown– Casting- Show zusammen gebastelt, die zweite Flasche Kölsch geleert, ab zum Anzeigenschalter des Kölner Stadt- Anzeigers auf der Breite Straße. Das Stück Text sollte morgen schon erscheinen, sagte uns die gelangweilt aussehende Dame am Schalter, wir brauchten also nur abwarten. Das Casting war auf Dienstag nächster Woche bei mir um 12.00 Uhr angesetzt, wer erschien bekam die Gelegenheit sich zum Clown zu machen, wer nicht erschien, das Arbeitsamt vermittelt bestimmt! Noch Fragen?
Die nächsten Tage gestalteten sich einfach.
Wir lagen oft in der Sonne, tranken ausreichend Bier und erfreuten uns einer gesunden Bräune von Kopf bis Fuß. Wir gingen ins Freibad, die anderen ins Büro. Freitag mussten wir uns dann leider wieder den Pflichten zuwenden, der Kostümverleih war unser Ziel. Basti hatte es zum Gesprächsthema Nr.1 der letzten Tage gemacht, Was für ein bescheuertes Kostüm werden wir uns aussuchen? und was viel wichtiger erschien, Werden wir nüchtern zur Feier erscheinen? Wir verneinten diese Frage sofort.
Der Karnevalswirt in Köln/ Godorf war schon ein imposanter rechteckiger Gebäudeklotz. Von außen glich er den Maßen nach zu urteilen einem Supermarkt, öffnete man die Tür, so stand man in einer riesigen Verkaufshalle voller Karnevalsartikel. Zu unserer Rechten Meter lange Regalreihen mit Kostümen. Geordnet nach Anlass und Konfektionsgröße. Zu unserer Linken die Kasse mit einer schätzungsweise Ende Zwanzigjährigen Verkäuferin, Uta. Der Name auf ihrem Schild war bei dem Vorbau nicht zu überlesen, der Vorbau nicht zu vernachlässigen. Etwas gelangweilt begrüßte Sie uns, der Schweißfleck unter ihren Armen war nicht zu übersehen. Keine Klimaanlage in diesem Laden. Wir stanken nach Bierausdunst, Besserung war nicht abzusehen. Die abzuholenden Kostüme lagen schon bereit, es fehlten nur noch unsere beiden Verkleidungen. Die Luft schien im Raum zu stehen.
Unter unseren Armen sah es auch nicht viel besser aus. Eine Oase auf unserer T-Shirt Wüstenlandschaft. Der Wasserspender war leider schon leer getrunken, der Griff in die Geldbörse ermöglichte uns den Luxus zweier gekühlter Erfrischungsgetränke. Da wir nicht ewig viel Zeit mit der Anprobe von diversen Kostümen verbringen wollten, nahmen wir kurzer Hand ein Godzilla- Ganzkörper- Anzug für Basti und ein King Kong Kostüm für mich mit. Wir wollten New York zerstören, das passende Bildmaterial hatten wir die Abende zuvor bereits gesichtet. An der Kasse waren wir die einzigen, im ganzen Laden waren außer uns nur noch zwei weitere Kunden, es ging also zügig voran. Da Uta stark nach einer Kombination aus Deo und menschlichem Abwasser stank, der Ventilator neben ihr wehte uns diese Duftzusammensetzung direkt unter die Nase, bezahlen und nichts wie raus hier. Drei Kisten mit Superman-, Batman und Robin-, Rotkäppchen und Zoro- Kostümen hielten wir in unsere Armen, schwer waren diese zum Glück nicht, sperrig genug dafür aber, es war der Preis den wir für das zu verdienende Geld zu zahlen hatten.
Die Bahn zur rettenden Getränkeoase gerade verpasst, beladen wie zwei Packesel und ausgetrocknet wie der Salzsee in Nevada lief uns das Wasser beim Anblick der Kölschreklame am Bahnhäuschen gegenüber im Mund zusammen. Eine Stunde und unzählige Flüche und Beschimpfungen gegen unsere Arbeitgeber später saßen wir im Volksgarten mit drei Kartons und einer Kiste Kölsch. Da es den Grill plus Kohle und Anzünder im Partypaket zum Wochenend-Preis für 10 € beim Kauf eines Kasten Kölsch dazu gab, saßen wir nun hier und grillten uns lecker Fleisch und tranken frisch gekühltes Reissdorf.
Freitagabend, wir mussten unter Leute.
Überblickte man die Wiese; Lagerfeuer und Gitarrengesang, knutschende Pärchen, junge Wilde mit Frisby und Footbags, Möchtegern-Türken-Casanovas, hier ein Blitzlicht, dort ein Handyklingeln, der typische Ausklangmob von jungen Leuten an einem herrlichen Spätsommerabend in Köln.

Air on the streets
Lights on the trees
I want to be where the sun meets the sky
I want to be there it is out of your mind
I will never leaving the secrets you’re keeping
I want a piece of the air when I am breathing
I feel the moment, you know what I mean
It is a new day, for a new wave
It is a perfect moment
Ouhhh, I am moving out
For a moment in the streets

Out of my way
Berlin to LA
I want to stay here and never go home again
I want to be the one you can be around
I want to be the one that can make you proud
It is a blue sky
It is a perfect moment
Ouhhh, I am moving out
For a moment in the streets
That is your choice
Nobody can stop you

I want to be in the rockiest city
I want to do what I want if it kills me
I have to say, your home is where you make it
It is okay, I know when you fake it
I want to the one that can make you proud
[A- The Springs aus dem Album HI-FI Serious]

Glücklich und schon gut angetrunken philosophierten wir über die letzte gemeinsamen gelesenen Bücher, wir befanden alle abschließend für sehr lesenswert, der Abend war schon jetzt ein voller Erfolg. Das Bier floss erstaunlicher Weise immer noch sehr gut. Ganz großer Sport heute Abend! Freitagabend, wir waren unter Leuten.
Der Kater am nächsten Morgen blieb uns erspart, das straffe Training der letzten Wochen machte sich nun bezahlt. Unter der Dusche zu der phänomenale LP Winning Days der Vines abgerockt, ging es nach einem französischen Frühstück, zwei Croissants und viel zu starkem Kaffee, ab ins Freibad. Frauen kucken und Bier trinken, wir hatten wirklich nichts, aber auch gar nichts zu tun. Hans war dieses Wochenende zum chillen nach Köln gekommen, wir hatten nichts dagegen. Es war einfach viel zu heiß im freien, wir waren für die späten Abend-stunden am Rheinufer in Deutz zu einer Rund Golf verabredet.
Der Grill von letzter Nacht, ein Kasten Bier, hunderte Golfbälle und 5 Großstadtcowboys später waren wir zum Finale der Nacht auf einer Privatparty eingetroffen. Ein Freund eines Freundes erzählte uns von dieser wem gehört dieser Slip?- Party bei Naica, Martin und Melani, voll war es auf den ersten Blick. Dass wir nicht ganz in dieses Bild der geladenen Gäste passten, störte uns nicht weiter. Denn schließlich gab es Kölsch bis zum abwinken. Weshalb das Motto etwas mit Unterwäsche zu tun hatte, wollte uns nicht klar werden, alle anwesenden hatten ihre Kleidung an, wir sahen nirgends ein Höschen. Der abgebildete rosa Slip auf dem Flyer zur Party hing im Flur, wir machten es uns zum Spaß und klauten ihn. Trophäe einer Nacht. Der Frauenanteil war sehr hoch, die Typen eher durchschnittlich, wir konnten Punkte bei den Girls sammeln. Leider dachten nur wir 5 Vollblut-vCasanovas in Flip Flops und Surfer Shorts mit Sonnenbrand auf der Nase so, die Party war eher langweilig, die Girls zu ver-klemmt, und die Musik lausig. Unser Platz (räumlich gesehen) fand sich schnell vor, bzw. um den Kühlschrank rum, die Sitzecke in der Küche war unser Reich. Hier und da griffen wir einem der durstigen Girls beim nachtanken „unbeabsichtigt“ an den Arsch, wir verteilten Punkte für Größe, Griffqualität und Zickengehabe. Uta war nicht hier, sonst hätten wir uns auf andere Körperteile der weiblichen Partygäste spezialisiert. So hielt es uns auf dieser Höschenparty bis zum Schluss. Gegen fünf Uhr mussten wir dann leider gehen, das Bier war leer und wir viel zu voll. Die aufgehende Sonne motivierte Hans zu einem Ausspruch einer Brillianten Idee. Er hatte noch einige Golfbälle gebunkert, wir spielten das entscheidende Loch dieser Nacht über die Deutzer Brücke Richtung Köln Arena.
Ein ereignisloser Sonntag und ein noch vergammelter folgender Montag waren der hohe Preis den wir für das ausgiebige Feiern der letzten Tage zu zahlen hatten. Nichts ging mehr, der Fernseher lief 24 Stunden am Stück, der Ofen war auf Dauer-Aufback-Betrieb eingestellt, um es passend auf den Punkt zu bringen: wir ernährten uns ausschließlich von ofenfrischen Aufbackbrötchen, Margarine, Brotaufschnitt, Kaffee und reichlich gesundem Hohem C. Der 1.FC Köln spielte in der 2. Bundesliga erstaunlich gut, die Übertragung der Montagsspiele war ihm fast immer sicher, dies sollte der Abend sein, an dem das Bierverbot wieder außer Kraft treten sollte. Der Kiosk um die Ecke verkaufte uns pünktlich zur Tageschau um 20.00 Uhr unser Bier, der Fuu- Ball- Abend war ne glatte Eins. Gammeln, röpsen, grölen, am Sack kratzen und reichlich Bier kippen, was braucht es mehr unter Jungs um 3 Stunden sinnvoll aus zu füllen.
Dienstag, Casting Tag.
Frisch geduscht, bestens gelaunt und voller Tatendrang stand uns ein ereignisreicher Tag bevor. Heute sollte nun endlich entschieden werden, wer den Clown auf diesem Kindergeburtstag spielen sollte. Laut der uns zugesicherten „Vertragsvereinbarung“ oder nennen wir es ein Abkommen per ‚Handschlag’ mit unseren Auftraggebern hatten wir bei unserer Auswahl des Clowns freie Hand.
Draußen am Himmel trübte kein Wölkchen den Himmel, kein Lüftchen bewegte die aufgestellte 1. FC Köln Fahne im Garten meiner Eltern. Der erste Teilnehmer unseres kleinen Castings sollte gegen Mittag erscheinen, uns blieb noch ein wenig Zeit.
Wir beschallten den Garten und die umliegende Nachbarschaft mit ausreichend Dezibel und erfreuten uns der Dinge, die noch kommen sollten. Bauten neben dem Kinderpool, welcher beim Casting zum Fußkühler umfunktionierte wurde neben den Camping- Zeltstühlen auf, setzten einen Tisch davor und Frühstückten ausgiebig. Schon am Vorabend hatten wir Schilder rund um das Haus angebracht, die den Teilnehmern die Suche und das Erreichen des Castings erleichtern sollten. Auch bastelten wir Tafeln, auf welchen wir Nummer von 1 bis 10 vermerkten. Der jeweilige Auftritt unserer Teilnehmer sollte dann am Ende bewertet werden. So richtig hatten wir uns bisher aber noch nicht überlegt, nach welchen Bewertungskriterien wir dieses Casting durchführen wollten, es war uns auch Latte. Allen, die der Umgangssprache jugendlichen Alters nicht gewahr sind, „Latte“ steht für egal. Spaß sollte die ganze Geschichte heute bringen und möglichst schnell über die Bühne gehen. Der Kinderpool machte Lust auf mehr, wir wollten ans Meer!
Sand in denn Shorts, Salzwasser in der Nase und die steife Priese die vom Meer her weht wenn es Nacht wird und das Lagerfeuer knistert, denn Holsten knallt am dollsten. Wir wollten weg. Geld hatten wir noch genug, Hans um ne Autofahrt an die Ostsee zu bitten war das kleinste Problem. Golfschläger geschultert, Sonnencreme aufgetragen und jeder ein 5er Pack Bier eingesteckt, wat brauchste mehr um wil-lige Jungs an die Küste zu bringen.
Doch saßen wir immer noch im Garten und warteten nun eher ungeduldig. Basti holte schon mal voller Vorfreude auf den bevorstehenden Kurztrip an die Ostseeküste mein Skim Board aus der Garage und rief gleichzeitig Hans an, um ihn von dieser genialen Idee zu berichten. Am liebsten wären wir gleich los gefahren und hätten hier alles stehen und liegen gelassen. Doch noch bevor wir diesen Gedanken in die Tat umsetzen konnten, kam auch schon der erste Teilnehmer.
Entspannt und bester Laune begrüßten wir Peter mit einer Einladung auf ein kühles Eis. Pünktlich wie die Bundesbahn, die Uhr zeigte mittlerweile 20 nach Zwölf Uhr Mittag, sagte Peter mit lässiger Handbewegung und starkem kölschen Akzent Hallo. Wir boten ihm eine Stuhl zum sitzen an und unterhielten uns mit ihm über das gestrige Spiel des zukünftigen Fuu- Ball- Bundes Erst- Ligisten 1. FC Köln. Der Kölsche Junge wäre auch prompt unsere erste Wahl bei der Stellenvergabe gewesen, tauchte da nicht Eddie auf. Alkohol war sein zweiter Vorname, der Flachmann sein treuster Wegbegleiter. Eddie hatte von Haus aus unübersehbare Qualifikationen für diesen Job. Seine rote Nase war rund und dermaßen stark durchblutet, dass er, um diesen Job hauptberuflich auszuführen, nie eine Plastikattrappe als Zeichen seiner Zunft im Gesicht tragen musste. Peter und Eddie waren unsere beiden einzigen Casting- Teilnehmer, uns sollte das nur Recht sein. Umso schneller dieses Theater vorbei sein würde, umso schneller sollte es für uns in Richtung Ostsee gehen.
Unsere Erwartungen wurden in keinster Weise enttäuscht. Eddie machte das Rennen, Peter ging nach drei Eis und zwei kühlen Kölsch nicht unerwartet als Verlierer nach Hause. Eddie trumpfte voll auf. Der rosa Pudel, den er aus den aufblasbaren Luftballons zauberte, zierte eine Stunde später das Armaturenbrett von Hans Auto. Es stellte sich heraus, dass Eddie vor seiner Berufskarriere als Alkoholiker in einem Zirkus als Pausenclown fest angestellt war, aber aufgrund seiner Liebe zum flüssigen Brot seine Anstellung verlor. Sein Handwerk be-herrschte Eddie tadellos, auch wenn diese Wertung von uns Laien unangebracht und völlig deplaziert war. Aber Eddie hatte dieses Funkeln in den Augen als er uns seine Kunststücke vorführte, das uns verzauberte. Wir veranschlagten einen Stundenlohn von 10 € und verabredeten uns für Donnerstag, um einen genauen Ablaufplan der Kindergeburtstagsfeier auszuarbeiten.
Unglaublich, aber wir saßen in Hans Auto und fuhren in einem Affentempo Richtung Ostsee. Basti trommelte wild mit seinen Finger auf dem Armaturenbrett zum Rhythmus der Strokes, Hans nippte am Rest der letzten Kölschflasche und ich wachste mein Board. In diesem Moment besaßen wir alles was es braucht um glücklich und frei zu sein. Die Gewissheit das richtige zu tun, die Garantie nicht enttäuscht zu werden, Musik die uns im und am Herzen lag und die kindliche Vorfreude auf ein bevorstehendes Abendteuer.
Es war noch nicht zu spät als wir gegen sechs Uhr an der Küste ankamen, unser Zelt aufbauten und die letzen Wellen des Tages bei einem wunderschönen Sonnenuntergang gen Strand surften. Freunde und Gleichgesinnte für den Augenblick fanden wir schnell am Strand, der lange und bierreiche Abend um das Lagerfeuer herum entschädigte die Gewissheit der Abreise am nächsten Morgen.
Hans musste Arbeiten, und auch wir hatten noch so einiges bis zur Geburtstagsfeier am Sonntag zu erledigen. Ganz oben auf unserer Liste stand Wäsche waschen. Es verwundert mich jedes Mal wieder aufs Neue wenn ich ein Buch gelesen habe, dass die dort vorgestellten Charaktere im Laufe der 500 -seitigen Handlung nie Wäsche waschen müssen, ein menschliches Bedürfnis zu verrichten haben oder auch nur ansatzweise Nahrung zu sich nehmen. Bei uns hatte sich jedenfalls genug getragene Wäsche angesammelt und dieser Ansammlung an dreckigen Kleidungsstücken musste ein Ende bereitet werden. Ich kümmerte mich also in der Waschküche um frische samtfeine Kleidung für die nächsten Tage und Basti zauberte uns ein überaus leckeres Menü. Der Garten meiner Mutter schenkte uns zur Krönung der pfannenwarmen und Atemwege verzaubernden Omeletts einen ökologisch schadstofffreien Salat als nahrhafte und gesunde Beilage frei Haus, den Basti, verfeinert mit frischen Kräutern, zum Essen auftischte. Das Haus brachten wir nach dem Essen auch noch so einiger Massen in einen reinlichen Zustand, bevor wir zum Aufbau der Miniaturstadt in die Villa fuhren. Frau und Herr Schmidt erwarteten uns auch schon in der Eingangshalle, den ausgestreckten Arm zur Begrüßung des Shake- Hands von Herr Schmidt verneinten wir mit eine höflichen und freundlichen ‚Moin.’
Basti fragte mich nach einer Weile des Nichtstuns warum wir heute eigentlich anwesend seien. Anpacken um beim Aufbau der Miniatur-stadt zu helfen war uns direkt bei unserem Eintreffen untersagt worden, wir standen also völlig deplaziert im Raum herum und verfolgten das Wachsen der Stadt. Imposant und übernatürlich stand Mini- New York vor uns. Ein Wolkenkratzer wurde in Manhattan neben den nächsten gesetzt und komplettierte mit jeder weiteren Addition die perfekte Kopie des Stadtbildes von Manhattan. Gut drei Stunden brauchte die eingespielte Mannschaft der ‚Architektencrew’ um die riesige Nachbildung in das nun völlig überladene Zimmer zu stellen. Das Empire State Building ragte mit seiner Spitze bis fast unter die Decke und berührte mit der Spitze den Deckenventilator, der Hudson River begrenzte die Nachbildung von Manhattan zur einen Seite mit blauer ausgelegter Folie und der Central Park bildete eine große grüne Freifläche, in der die Geburtstagstafel samt Stühlen aufgestellt wurde. Man konnte die Wall Street als Eingang benutzen um diesen Platz problemlos von der Tür aus zu erreichen. Dies war auch nötig, denn durch den Aufbau wurde fast das ganze Zimmer ausgefüllt. Lediglich zur Fensterseite und zu den Wänden hin ließ man einen schmalen Korridor. Da aber die Freifläche im Central Park, nachdem man den Geburtstagstafel entfernt hatte, so viel Platz bot, machten wir uns keinerlei Sorge um Platz zum Spielen und Herumtollen der Gäste. Nach einer kurzen Anweisung zu den Sicherheitsbestimmungen an den Gebäuden war der heutige Arbeitstag für uns vorbei. Zwar hatten wir uns eigentlich noch eine Belastbarkeitsprobe der Gebäude vorgenommen, denn diese Nachbildung Manhattans war so konstruiert worden, das sie einer Belastung von bis zu 150 Kilo standhalten sollte, die Hausherren und Stadthalter wollten uns aber lieber nicht herumtollen sehen. Bedenken größerer Zerstörung wurden uns gegenüber geäußert, wir betrachteten die ganze Sache nur für verschoben und machten uns zufrieden und voller Erwartungen auf das bevorstehende Treffen mit Eddie auf zum nächsten Kiosk. Drei Bier später ließen wir uns bei mir zu Hause in die Sessel fallen und schrieben die letzten verlebten Tagen in mein iBook. Dieses Tagebuch sollte uns später einmal an die alten Zeiten erinnern und somit genügend Gesprächsstoff für endlose Kneipenabende mit Freunden bereithalten.
Sonne, ozeanblauer Himmel, milder Frischegemahlener Kaffeeduft, aufgebrüht in meiner Kaffeemaschine deutscher Wertarbeit, eine druckfrische Zeitung neben den Semmeln, weiche Margarine, Schnittblumen holländischer Gewächshausaufzuchtkunst rundeten den reich gedeckten Tisch ab. Die mit Kräutern gewürzten, zusätzlich mit Salz & Pfeffer abgeschmeckten Rühreier und die angebratenen Schinkenstreifen rundeten das Frühstück ab. Fast schon selbstverständlich nahmen wir diesen glücklichen Zustand einer, unserer freien Welt hin. Dieses Geschenk in den Schoss gelegt bekommen zu haben, an dies erinnerten uns die traurigen und erschreckenden Schlagzeilen der internationalen Tagespresse tagtäglich nur zu deutlich. Danke für alles Mama und Wilfried!
Da wir Eddie erst gegen Abend in der Stadt treffen wollten, hatten wir den ganzen Tag für uns zum rumhängen. Nach dem ausgiebigen Frühstück bejahten wir eine gemeinsame Golfpartie. Bestens aufgelegt und ohne Zeitlimit verbrachten wir einen amüsanten und entspannenden Tag auf der Anlage des Porzer Golfclubs. Unter der Woche waren die Driving- Ranch- Plätze nur zur Mittagszeit stärker besucht, den ganzen Nachmittag lang begegneten wir auf der gesamten Golfanlage lediglich dem Platzwart und der netten Dame von der Rezeption. Oberkörperfrei und barfuss schlugen wir Bälle über die gesamte Anlage und beglückwünschten uns gegenseitig zu einigen raren gut geglückten Abschlägen. Etliche Löcher und eine gesunden Sonnenbrand später verbrachten wir die S– Bahnfahrt Kölsch trinkend und Döner essend.
… wird fortgesetzt…


 
 
 

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