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Schreibmaschine » Der Mord an Theo van Gogh

Der Mord an Theo van Gogh

Das Buch Der Mord an Theo van Gogh. Geschichte einer moralischen Panik weißt folgenden Buchrückentext auf:

“Holland brennt!“ verkündeten die Fernsehnachrichten nach dem Mord an Theo van Gogh. Dem stellvertretenden Premierminister rutschte heraus, dass sich das Land „im Kriegszustand“ befindet. Unverzüglich nahmen die Blätter den begriff in fetten Überschriften auf: Krieg!

Woran erinnert man sich, wenn man den Namen Theo van Gogh und 2004 in Zusammenhang bringt? Holland im November des vergangenen Jahres. Bilder der Fernsehanstalten und Presse zeigten den durchbohrten Leib des Filmemachers Theo von Gogh. Dieser lag mit einem im Bauch steckenden Messer auf der Strasse. Das im Körper steckende Messer welches einen Brief fixierte, der eine Reihe von Drohungen gegen andere Personen des öffentlichen Lebens aufwies, war neben eine Schusswaffe das zweite Mordinstrument. Die Presse griff dies schnell auf. Die bis dato –politisch korrekten- Holländer ließen nun ihrem jahrelang angestauten Fremdenhass freien Lauf. Die Presse und Internetseiten wurden zum Sprachrohr einer kleinen Nation. Brände waren in der Tagespresse zu sehen, Schulen und islamische Gebetshäuser brannten. Das Krankheitsbild wurde falsch gedeutet und künstlich in einer falschen Kur zur Heilung unterzogen. Politik und Presse erwiesen sich als ungebildet und machtlos.

“Man muss einer Gesellschaft Gefühle geben,“ […], man gehorchte aufs Wort. Die mühselige Suche nach der Wahrheit zählte kaum mehr, alles drehte sich darum, große Gefühle zu wecken. Meinigen traten anstelle von Fakten, und auf einigen Websites wurde diese journalistische Haltung sogar ausdrücklich als ein „interessantes Experiment“ bezeichnet, mit der Folge, dass immer mehr Zuschauer in der Scheinwirklichkeit lebten, einer Traumwelt, die nicht korrigiert, sodern begrüßt wurde.

In dem 104 Seiten dünnen Buch stellt uns Geert Mak das „Wesen der Holländer“ einmal anders vor. Am „Beispiel des Mordes an dem Filmemacher Theo van Gogh zeigt er die gemachten Fehler der Holländer auf und zieht Schlüsse und gibt mögliche Lösungsvorschläge. Eine Nation erkennt sich selbst nicht mehr. Verliert jeglichen Halt und Glauben an traditionelle Werte. Er schlägt einen gelungenen Bogen von der geschichtlichen Aufarbeitung der Nation Holland zum „Problem“ der Anpassung im Migrationsprozess und den verschiedenen Religionen. Der „van Gogh“ (1572) war das erste Todesopfer eines Religionskampfes in der Geschichte des holländischen Königsstaates. Diese Ruhe währte rund 400 Jahre und kostete die Holländer so einige Mühen. Mak spricht offen über sich und die Fehler der Holländer, die im Rahmen der Integrationsprozesse über die Jahre gemacht wurden.

Ja, in den Niederlanden war eine Menge schief gegangen, vor allem mit bestimmten Marokkanergruppen. Ja, es gab Spannungen […], mit den Einflüssen bestimmter Moscheen, wir konnten davon ein Lied singen. […] Aber letzten Endes – […] - betraf das nur einen Bruchteil der Immigranten.

Holländer, Marokkaner, Afrikaner und andere Nationen lebten ungestört zusammen. Die Kombination all dieser neuen und sich unterscheidenden Kulturen setzte aber eine völlig neue und bis dato unbekannte eigene Dynamik in Gang. Mak arbeit auf, dass der Mord an Theo van Goh nicht nur die holländische Bevölkerung in Angst versetzte, sondern gleichermaßen auch unter den meisten praktizierenden Moslems eine große Angst und Sorge die Folge des Mordes war. Welchen Grund musste Mohammed B. gehabt haben, um eine solch blutrünstige Tat zu begehen? Und woher und wodurch wurde sein dann praktizierter Mord beeinflusst. War er einer terroristischen Gruppe/ Organisation anhängig? Mak findet in Ausführungen seiner Kollegen heraus, dass Mohammed B. zu einer neuen Gruppe von Märtyrern gehört. Den Selbstzündern, den „Do-it-yourself-Rerroristen.“ Sie bauen sich ihre eigene Religion zusammen und leben sie dann auf extreme Weise aus.
Mohammed B. war ein Kind der holländischen Gesellschaft. Geboren und aufgewachsen in Holland, lebte er wie jeder andere unbeachtet seinen Alltag. Das Instrument, welches Mohammed B. zum radikalen Fundamentalisten gemacht haben könnte, sieht Mak im Internet und den Satellitenschüsseln.

Der radikale Fundamentalist war nicht nur eine Reaktion auf die Moderen, er war zugleich auch ein Produkt der Moderne. Ohne die Probleme der Moderne wäre ein Mohammed B. nie aufgestanden, aber ohne die Möglichkeiten der Moderne hätte es ihn auch nie gegeben.

Er reagierte auf das Loch in der westlichen Lebensweise mit Wut. Dazu beigetragen hat wohl der Film Submission Part I.
Um den Holländer die Verletzlichkeit einer jeden Nation im Zeitalter des globalen Terrorismus ins Gedächtnis zu rufen, fragt er sie ganz unverblümt, ob sie denn dachten, dass eine solche Tat vor ihrer Landesgrenze halt macht und sich ein anderes Opfer aussucht.
Wie falsch eine Nation in einer solchen Situation reagieren kann, welchen Fragen sie bei der Bewältigung nachgehen sollte, wo man anfangen sollt den schwarzen Peter zu suchen und welche gesellschaftliche Leere und Einsamkeit ein Land für Immigranten aufweisen kann, ist im letzten Satz seiner Niederschrift aufs Treffendste zusammengefasst:

Wir sind verurteilt zur Verwunderbarkeit.

Der Mord an Theo van Gogh. Geschichte einer moralischen Panik. erschien im suhrkamp verlag 2005. ISBN 3-518-12463-3


 
 
 

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